Beim menschlichen Sexualleben bezeichnet die Refraktärzeit den Zeitraum nach dem Orgasmus, in dem ein Mann physiologisch nicht in der Lage ist, eine weitere Erektion oder einen Orgasmus zu erreichen. Ihre Dauer variiert stark – von Minuten bei jungen Männern bis hin zu Stunden oder länger mit zunehmendem Alter. Frauen erleben keine vergleichbare absolute Barriere, obwohl das subjektive Interesse vorübergehend abnehmen kann.
Der genaue Mechanismus ist noch nicht vollständig erforscht. Die Prolaktinausschüttung nach dem Orgasmus ist ein möglicher Faktor; auch die neuronale und vaskuläre Erholung spielt eine Rolle. Psychologische Faktoren, Neuheit und individuelle Unterschiede beeinflussen die Dauer zusätzlich. Diese Phase unterscheidet sich von einfacher Erschöpfung; Versuche der Stimulation während der absoluten Phase führen in der Regel nicht zu einer Erektion.
Der Begriff ist der neuronalen Refraktärperiode entlehnt und spiegelt die gemeinsame Vorstellung eines vorübergehenden Erholungsfensters wider. In der Sexualforschung dient er weiterhin eher der Beschreibung als der Erklärung.
- Postorgasmusintervall bei Männern
- Variable Dauer je nach Alter und individuellen Faktoren
- Keine vergleichbare absolute Barriere bei Frauen.
- Anders als allgemeine körperliche Erschöpfung.
Das klinische Interesse gilt Erkrankungen, die das Intervall abnormal verlängern oder verkürzen.
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