Ein Weitwinkelobjektiv hat eine kurze Brennweite. Es erfasst einen breiten Bildausschnitt und bringt so mehr von der Szene ins Bild. Ein 16-mm-Objektiv an einer Vollformatkamera hat ein Sichtfeld von etwa 107 Grad. Ein 24-mm-Objektiv hat etwa 84 Grad. Weitwinkelobjektive werden für Landschafts-, Architektur-, Innen- und Streetfotografie verwendet. Sie übertreiben die Tiefenwirkung, wodurch nahe Objekte größer und entfernte Objekte kleiner erscheinen. Diese Übertreibung kann je nach Anwendung dramatisch oder ablenkend wirken.
Weitwinkelobjektive dienen nicht nur dazu, mehr ins Bild zu bekommen. Sie erzeugen ein Gefühl von Weitwinkel. Ein Weitwinkelobjektiv, das nah am Motiv positioniert ist, zieht den Betrachter in die Szene hinein. Es hebt den Vordergrund hervor und lässt den Hintergrund in den Hintergrund treten. Dadurch entsteht ein Gefühl der Immersion. Allerdings kann es auch zu Verzerrungen kommen. Gerade Linien an den Bildrändern werden nach außen gekrümmt – ein Effekt, der als tonnenförmige Verzeichnung bekannt ist. Diese Verzerrung lässt sich zwar in der Nachbearbeitung korrigieren, ist aber auch Teil des Weitwinkel-Looks. Weitwinkelobjektive werden häufig in der Immobilien- und Innenarchitekturfotografie eingesetzt, wo Platz ein kostbares Gut ist. Sie finden aber auch in der Streetfotografie Verwendung, wo der Fotograf Kontext einbeziehen und nah am Geschehen sein möchte.
Weitwinkel-Anwendungen
- Landscape. Weite Ausblicke einfangen.
- Architecture. Gebäude in den Rahmen einfügen.
- Interiors. Präsentation von Räumen und Flächen.
- Street. Näherkommen und Kontext einbeziehen.
- Action. Immersive Einblicke in Sport und Abenteuer.
Ein Weitwinkelobjektiv ist nicht dasselbe wie ein Fisheye-Objektiv. Ein Fisheye-Objektiv weist extreme Verzerrungen auf. Ein Weitwinkelobjektiv hat zwar auch Verzerrungen, diese lassen sich aber korrigieren.
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