Entfernt man die kleinen Füßchen von den Buchstaben, erhält man eine serifenlose Schriftart. Keine Zierstriche an den Enden der Striche. Keine Klammern, die Kurven mit Vertikalen verbinden. Nur klare, geometrische Formen. Helvetica, Futura, Arial und Inter gehören alle zu dieser Familie.
Helvetica ist jünger als die Serifenschrift. Im 19. Jahrhundert setzte sie sich für Beschilderungen und Werbung durch, wo die Lesbarkeit aus der Ferne wichtiger war als Tradition. Die Bauhaus-Designer machten sie in den 1920er-Jahren zu einem Symbol der Moderne. In den 1950er-Jahren etablierten Schweizer Designer sie schließlich als globalen Standard. Helvetica wurde zum Erscheinungsbild von Unternehmen, Verkehrsbetrieben und Behörden.
Wann serifenlose Schriften am besten geeignet sind
- Bildschirmoberflächen und mobile Apps
- Beschilderungs- und Wegeleitsysteme
- Schlagzeilen, die zeitgemäß wirken müssen
- Kleine Schrift, wo Serifen überladen wären
Auf Bildschirmen mit niedriger Auflösung schneiden serifenlose Schriften besser ab als Serifenschriften. Die feinen Details einer Serife können bei kleinen Größen verschwimmen oder ganz verschwinden. Das ist einer der Gründe, warum die meisten Betriebssysteme für ihre Benutzeroberflächen serifenlose Schriften verwenden. Serifenlose Schriften sind aber nicht automatisch besser lesbar. Eine schlecht formatierte serifenlose Schrift kann schwerer lesbar sein als eine gut gestaltete Serifenschrift. Die Schriftart ist weniger wichtig als die Umsetzung.
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