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👉 Zweite-Person-Perspektive

Der Erzähler wendet sich mit „du“ an den Leser.

Zweite-Person-Perspektive

„Du betrittst einen Raum. Du siehst einen Brief auf dem Tisch. Du öffnest ihn.“ Das ist die Du-Perspektive – der Erzähler spricht den Leser direkt an. Sie ist in der Fiktion selten, aber wirkungsvoll, wenn sie gut eingesetzt wird.

Die Erzählperspektive der zweiten Person zieht den Leser in die Geschichte hinein. Sie macht ihn zu einer Figur. Je nach Tonfall kann dies ein intensives oder anklagendes Gefühl hervorrufen. Jay McInerneys „Bright Lights, Big City“ ist ein bekanntes Beispiel. Ebenso Italo Calvinos „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“. Die Technik funktioniert am besten in Kurzgeschichten oder interaktiver Fiktion. In einem Roman kann sie sich abnutzen. Sie ist auch in Ratgebern, Kochbüchern und der Werbung verbreitet: „Sie können schnell abnehmen.“ In diesen Kontexten ist sie direkt und überzeugend. In der literarischen Fiktion ist sie ein Wagnis. Gelingt sie, schafft sie eine Intimität, die keine andere Perspektive erreichen kann.

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