Beim sogenannten „Tailgating“ folgt man einer autorisierten Person in einen Sicherheitsbereich. Der Angreifer bricht nicht ein, sondern folgt jemandem mit legitimer Zutrittsberechtigung. Ein freundliches Lächeln und ein voller Arm voller Kisten helfen dabei. Auch eine Uniform oder ein Klemmbrett sind nützlich. Die Zielperson hält aus Höflichkeit die Tür auf, und der Angreifer ist im Inneren. Kein Alarm ertönt. Kein Schloss wird geknackt. Die Sicherheitskontrolle wurde durch menschliche Höflichkeit umgangen.
Das sogenannte „Tailgating“ ist eine physische Social-Engineering-Technik. Sie funktioniert in Bürogebäuden, Rechenzentren und gesicherten Produktionshallen. Die Verteidigung ist prozedural. Schleusen und Drehkreuze lassen jeweils nur eine Person passieren. Ausweisleser an jeder Tür gewährleisten die Zutrittskontrolle. Sicherheitsschulungen lehren Mitarbeiter, unbekannte Personen anzusprechen. Doch Ansprechen ist unangenehm. Die meisten Menschen meiden Konfrontationen. Deshalb funktioniert Tailgating. Die besten Verteidigungsmaßnahmen nehmen dem Mitarbeiter die Entscheidung ab. Eine Schleusentür, die physisch verhindert, dass zwei Personen gleichzeitig eintreten, löst das Problem. Ein Empfangsbereich, an dem sich alle Besucher anmelden und begleitet werden müssen, löst es ebenfalls. Technologie und Prozesse sind Wachsamkeit überlegen. Wachsamkeit ist unzuverlässig.
Verteidigungsmaßnahmen gegen Drängeln
- Schleusen – ineinandergreifende Türen, die jeweils nur eine Person einlassen.
- Drehkreuze – physische Barrieren, die individuelle Ausweise erfordern
- Empfangsschalter – Richtlinien für Besucheranmeldung und -begleitung
- Schulung – Mitarbeiter darin schulen, unbekannte Personen herauszufordern
- Ausweiskontrolle – jederzeit sichtbare Ausweise erforderlich
Drängeln nutzt Höflichkeit aus. Die Verteidigung ist eine Tür, die sich nicht um Höflichkeit schert.
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