Intuition ist ein müheloses, unmittelbares, automatisches Gefühl oder ein Gedanke. Sie entsteht ohne bewusstes Nachdenken und oft ohne dass die Person ihren Ursprung erklären kann.
Experten entwickeln in ihren Fachgebieten verlässliche Intuitionen. Ein Schachmeister spürt den richtigen Zug; ein Arzt merkt, dass mit einem Patienten etwas nicht stimmt. Diese Intuitionen sind das Ergebnis umfassender Mustererkennung, nicht mystischer Einsicht. In unbekannten Bereichen ist Intuition jedoch denselben Verzerrungen unterworfen wie bewusste Urteile – Verfügbarkeit, Repräsentativität, Selbstüberschätzung. Das Gefühl der Gewissheit, das mit einer Intuition einhergeht, ist kein verlässlicher Indikator für deren Richtigkeit.
Dual-Prozess-Theorien stellen intuitives (System 1) Denken dem überlegten (System 2) Denken gegenüber. Intuition ist schnell, parallel und assoziativ; Überlegung ist langsam, seriell und regelgeleitet. Effektive Entscheidungsfindung beinhaltet oft die Nutzung von Intuition zur Generierung von Kandidaten und Überlegung zur Bewertung dieser. Training kann die Kalibrierung intuitiver Urteile durch schnelles und präzises Feedback verbessern.
Intuition ist das schnelle, automatische Urteil des Geistes. Manchmal ist sie Weisheit, manchmal lediglich flüssiges Denken.
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