Die Stunde nach Sonnenaufgang und die Stunde vor Sonnenuntergang. Die Sonne steht tief, das Licht ist warm und die Schatten sind lang. Fotografen nennen es die goldene Stunde, und es ist das begehrteste Licht des Tages. Die Atmosphäre streut blaues Licht stärker als rotes, sodass die Sonnenstrahlen in flacherem Winkel durch eine längere Schicht der Atmosphäre dringen und wärmer und weicher auf die Erde treffen. Hauttöne leuchten. Landschaften gewinnen an Tiefe. Farben sind satt, ohne grell zu wirken.
Die goldene Stunde dauert nicht exakt eine Stunde. Sie hängt von Breitengrad und Jahreszeit ab. In Äquatornähe ist sie kurz, in höheren Breitengraden kann sie deutlich länger anhalten. Das Licht verändert sich schnell. Die ersten zehn Minuten nach Sonnenaufgang unterscheiden sich von den letzten zehn Minuten vor Sonnenuntergang. Morgenlicht ist oft klarer und ruhiger, Abendlicht wärmer und trüber. Fotografen planen ihre Aufnahmen entsprechend. Sie suchen im Voraus nach geeigneten Orten, überprüfen den Sonnenstand mit Apps und kommen früh an. Die goldene Stunde ist verzeihend und schmeichelt fast jedem Motiv. Doch sie ist auch flüchtig. Ist sie vorbei, ist sie vorbei.
Was man während der goldenen Stunde fotografieren sollte
- Portraits. Warmes Licht schmeichelt dem Hautton.
- Landscapes. Lange Schatten verleihen Tiefe und Struktur.
- Cityscapes. Gebäude erstrahlen in warmem Licht.
- Silhouetten. Gegenlichtmotive vor hellem Himmel.
Nicht nur das goldene Licht eignet sich. Auch bewölkte Tage, die blaue Stunde und selbst die grelle Mittagssonne können schön sein. Doch das goldene Licht ist am einfachsten zu lieben.
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