Die Temporallappen liegen beidseits unterhalb der lateralen Fissuren des Gehirns. Ihre auffälligste Funktion ist die Verarbeitung von Hörreizen: Der primäre auditorische Cortex befindet sich im oberen Temporallappen und empfängt Signale von den Ohren über den Thalamus. Schädigungen in diesem Bereich können zu kortikaler Taubheit oder Störungen der Schallerkennung führen.
Die Temporallappen beherbergen auch Strukturen, die für das Gedächtnis von entscheidender Bedeutung sind. Der Hippocampus und der umliegende mediale Temporallappen sind essenziell für die Bildung neuer deklarativer Gedächtnisinhalte. Eine beidseitige Schädigung führt zu einer ausgeprägten anterograden Amnesie, während Langzeiterinnerungen und prozedurale Fähigkeiten weitgehend erhalten bleiben.
Weitere Hirnregionen unterstützen das Sprachverständnis (Wernicke-Areal in der linken Hemisphäre), die Objekt- und Gesichtserkennung sowie die Verarbeitung des emotionalen Tonfalls in der Sprache. Die Temporallappen integrieren somit sensorische, mnemonische und linguistische Funktionen auf eine Weise, die noch im Detail erforscht wird.
- Primärer auditorischer Kortex
- Mediales temporales Gedächtnissystem
- Sprachverständnisregionen
- Visuelle Objekt- und Gesichtsverarbeitung
Anfälle, die ihren Ursprung im Temporallappen haben, können komplexe Erlebnisphänomene hervorrufen, darunter lebhafte, erinnerungsähnliche Halluzinationen.
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