Weißraum ist kein verschwendeter Platz. Er bezeichnet den leeren Bereich um und zwischen Elementen auf einer Seite. Ränder, Innenabstände, Spalten, Zeilenabstände, der Raum um ein Logo. Designer nennen ihn Negativraum. Anfänger sehen darin etwas, das gefüllt werden muss. Dieser Instinkt ist fast immer falsch.
Apples Produktseiten sind ein Paradebeispiel für gelungenes Weißraumdesign. Ein einzelnes Produktfoto, eine kurze Überschrift und dann nichts weiter. Diese Leere verleiht dem Produkt ein hochwertiges Erscheinungsbild und sorgt dafür, dass die Botschaft unübersehbar ist. Im Gegensatz dazu wirkt eine Seite überladen mit Bannern, Pop-ups und Textblöcken. Das Auge findet dort keinen Ruhepunkt.
Was bewirkt der weiße Raum?
- Gruppiert zusammengehörige Elemente und trennt nicht zusammengehörige.
- Verbessert die Lesbarkeit, indem dem Text mehr Raum gegeben wird.
- Schafft Fokus, indem wichtige Elemente isoliert werden.
- Gibt den Ton an: Großzügiger Weißraum wirkt elegant und ruhig.
- Enge weiße Flächen wirken dynamisch und dicht.
Es gibt keine allgemeingültige Regel für die richtige Menge an Leerraum. Eine Nachrichtenseite benötigt weniger Platz als eine Luxusmodemarke. Ein Dashboard mit vielen Daten benötigt einen anderen Weißraum als ein Kinderbuch. Der Trick besteht darin, Weißraum bewusst und nicht zufällig einzusetzen. Bei gleichmäßigem Weißraum wirkt das Design harmonisch. Bei ungleichmäßigem Weißraum wirkt die Seite unharmonisch, selbst wenn niemand genau sagen kann, warum.
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