Entferne den Schmuck und sieh, was übrig bleibt. Dieser Instinkt treibt den Minimalismus an, einen Gestaltungsansatz, der sich ausschließlich auf das Wesentliche beschränkt. Die Bewegung nahm in den 1960er-Jahren in Kunst, Architektur und Musik Gestalt an, wobei Persönlichkeiten wie Donald Judd und Ludwig Mies van der Rohe sich für reduzierte, geometrische Formen einsetzten. Mies brachte das Ethos mit seinem berühmten Satz „Weniger ist mehr“ auf den Punkt.
Im Grafik- und Digitaldesign zeigt sich Minimalismus durch großzügigen Weißraum, reduzierte Farbpalette, schlichte Schriftarten und klare Raster. Dieter Rams, damals bei Braun tätig, wandte diese Prinzipien auf Radios und Taschenrechner an. Seine zehn Regeln für gutes Design prägten eine ganze Generation von Produktdesignern, darunter auch das Team von Apple. Minimalismus ist keine Faulheit. Das Weglassen von Elementen zwingt zu schwierigen Entscheidungen hinsichtlich Hierarchie und Funktion.
Gemeinsame Merkmale
- Viel Freiraum um den Inhalt herum.
- Beschränkte Farb- und Schriftartauswahl.
- Starkes Raster und präzise Ausrichtung.
- Der Schwerpunkt liegt auf der Funktion, nicht auf der Dekoration.
Kritiker merken an, dass Minimalismus kühl oder unzugänglich wirken kann. Wenn er jedoch gelingt, fehlt nichts. Ein gut gestaltetes Poster oder eine gelungene App-Oberfläche vermitteln die Botschaft auf einen Blick, und jede Linie hat ihren Platz.
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