Proportion beschreibt das Größenverhältnis der Teile innerhalb eines Ganzen. Ein gut proportionierter Stuhl hat eine stimmige Sitzhöhe, Rückenlehnenhöhe und Breite. Eine gut proportionierte Seite zeichnet sich durch harmonische Ränder, Spalten und Schriftgrößen aus. Bei Proportion geht es nicht um absolute Größe. Ein winziges Objekt kann gut proportioniert sein, ein riesiges hingegen schlecht. Entscheidend ist das Verhältnis der Teile zueinander.
Designer nutzen Proportionen, um Ausgewogenheit und Hierarchie zu schaffen. Der Goldene Schnitt ist ein bekanntes System. Der von Le Corbusier entwickelte Modulor ist ein weiteres. Die meisten Proportionen werden jedoch intuitiv festgelegt und so lange angepasst, bis alles stimmig wirkt. In der Typografie bestimmt das Verhältnis zwischen Überschriften- und Fließtextgröße den Ton. Ein moderates Verhältnis wirkt zurückhaltend, ein starkes hingegen kühn. Im Layout beeinflusst das Verhältnis von Text zu Bild bzw. von Inhalt zu Rand die Lesbarkeit der Seite.
Verhältnismäßigkeit in der Praxis
- Die Überschriftengröße sollte dem Textkörper angepasst werden.
- Bringen Sie den Inhaltsbereich mit den Rändern in Einklang.
- Prüfen Sie, ob die Objekte zum menschlichen Körper passen.
- Verwenden Sie die Verhältnisse als Ausgangspunkt und passen Sie sie dann nach Augenmaß an.
Proportionen werden intuitiv erfasst, bevor sie analysiert werden. Stimmen sie nicht, wirkt das Design ungelenk. Stimmen sie, lenkt nichts die Aufmerksamkeit auf sich.
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