Echtzeitdaten werden sofort nach ihrer Entstehung geliefert und verarbeitet. Ein Börsenticker aktualisiert sich sekündlich. Ein Betrugserkennungssystem prüft eine Transaktion, während der Kunde wartet. Eine Mitfahr-App vermittelt Fahrer und Fahrgäste in Sekundenschnelle. Der Wert liegt in der Geschwindigkeit. Eine Betrugswarnung, die erst eine Stunde nach der Transaktion eintrifft, ist nutzlos. Verkehrsinformationen, die erst nach der Fahrt eintreffen, sind überholt. Echtzeitdaten ermöglichen Entscheidungen, die sofort getroffen werden müssen.
Die Infrastruktur unterscheidet sich von der Stapelverarbeitung. Stream-Processing-Plattformen wie Kafka, Flink und Spark Streaming verarbeiten kontinuierliche Datenströme. Sie verarbeiten Ereignisse in Echtzeit, oft innerhalb von Millisekunden. Die Architektur ist komplexer als bei der Stapelverarbeitung. Man benötigt Message Queues zum Puffern der Daten, Stream-Prozessoren zur Transformation und latenzarmen Speicher zur Bereitstellung. Außerdem muss man mit verspätet eintreffenden Daten, Ereignissen in falscher Reihenfolge und der Verarbeitung nach dem Prinzip „genau einmal“ umgehen. Das sind schwierige Herausforderungen. Echtzeitsysteme sind zudem teurer in der Entwicklung und im Betrieb. Die Frage ist, ob der Anwendungsfall die Komplexität rechtfertigt. Betrugserkennung, Echtzeit-Bidding und industrielle Überwachung tun dies. Monatsberichte und nächtliche Gehaltsabrechnungen hingegen nicht. Echtzeit ist eine Notwendigkeit, kein Statussymbol. Nutzen Sie Echtzeit, wenn Latenz eine Rolle spielt. Verwenden Sie Stapelverarbeitung, wenn sie keine Rolle spielt.
Echtzeiteigenschaften
- Niedrige Latenz – Millisekunden bis Sekunden
- Kontinuierlich – verarbeitet Ereignisse, sobald sie eintreffen
- Streambasiert – Nachrichtenwarteschlangen und Streamprozessoren
- Komplex – verarbeitet verspätete und nicht geordnete Daten
- Teuer – mehr Infrastruktur als Batch-Verarbeitung
Echtzeitdaten beziehen sich auf den Augenblick. Der Wert liegt darin, zu handeln, bevor der Moment verstreicht.
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