Nicht jedes Risiko lässt sich einer statistischen Risikoklasse zuordnen. Die individuelle Risikobewertung ist ein Verfahren, bei dem die Prämie primär auf der Erfahrung des Versicherers, seinem Wissen über das Risiko und seiner Einschätzung individueller Merkmale basiert und nicht auf einem veröffentlichten Klassentarif.
Bei großen Gewerbeimmobilien, Spezialhaftpflichtversicherungen und besonderen Produktionsrisiken erfolgt die Risikobewertung häufig nach Ermessen des Versicherers. Dieser berücksichtigt Bauart, Schutzmaßnahmen, Nutzung, Management, Schadenhistorie und alle weiteren relevanten Faktoren und ermittelt so einen Tarif, der das eingeschätzte Risiko widerspiegelt. Versicherungsmathematische Indikatoren und Rückversicherungskosten fließen weiterhin in die Entscheidung ein.
Die Beurteilungsmethode bietet Flexibilität, ist aber stark von der Kompetenz und Konstanz des Underwriters abhängig. Die Dokumentation der Begründung unterstützt spätere Überprüfungen und aufsichtsrechtliche Prüfungen. Mit der Zeit können ausreichende Daten zu ähnlichen Risiken einen Übergang von reiner Beurteilungsmethode zu strukturierteren Bewertungsmodellen ermöglichen.
- Festlegung der Prämie basierend auf der Beurteilung des Versicherers
- Wird für einzigartige oder große individuelle Risiken verwendet
- Beinhaltet mehrere qualitative Faktoren
- Erfordert Dokumentation und erfahrene Underwriter.
Comments
No comments yet. Be the first to share a thought.
Leave a comment