Nicht jedes Risiko lässt sich anhand seiner Schadenhistorie bewerten. Die Risikoklassenbewertung legt die Prämien anhand der durchschnittlichen Schadenhistorie einer Gruppe ähnlicher Risiken mit definierten Merkmalen fest. Alle Mitglieder der Risikoklasse zahlen vor individuellen Anpassungen denselben Tarif.
Die private Kfz-Versicherung, die Hausratversicherung und viele kleinere gewerbliche Risiken werden nach Versicherungsklassen eingeteilt. Alter, Region, Gebäudetyp oder Geschäftsart bestimmen die Versicherungsklasse. Aktuare ermitteln die Tarife anhand aggregierter Branchen- oder Unternehmensdaten. Das Verfahren ist administrativ effizient und statistisch stabil, sofern die Versicherungsklassen homogen sind.
Klassentarife bilden den Ausgangspunkt; Anpassungen des Tarifs oder der individuellen Erfahrung können die Prämie dann je nach individuellen Merkmalen anpassen. Aufsichtsbehörden überprüfen Klassentarife auf unzulässige Diskriminierung. Das Spannungsverhältnis zwischen der Verfeinerung der Tarifklassen und der statistischen Aussagekraft ist ein ständiges Merkmal von Tarifsystemen.
- Prämie basierend auf dem durchschnittlichen Risiko einer definierten Gruppe
- Wird verwendet, wenn die individuelle Erfahrung begrenzt ist
- Administrativ einfach und statistisch stabil
- Oftmals modifiziert durch individuelle Risikofaktoren
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