Anorgasmie ist eine anhaltende, quälende Schwierigkeit, trotz ausreichender Stimulation einen Orgasmus zu erreichen. Sie kann lebenslang bestehen oder erst nach Jahren regelmäßiger Orgasmen auftreten. Medikamente, Operationen, Traumata, Verspannungen des Beckenbodens und Beziehungskrisen können die Ursache sein.
Frauen und Menschen mit Vulva erhalten häufiger die Diagnose, unter anderem weil beim Sex die Penetration immer noch als Hauptakt gilt und die Klitoris als optional betrachtet wird. Auch Männer können ähnliche Beschwerden haben, manchmal in Form von verzögerter Ejakulation, die gar nicht eintritt. Der Leidensdruck ist dabei wichtig. Wer auch ohne Orgasmus zufrieden ist, braucht keine Diagnose.
Die Untersuchung berücksichtigt Medikamente (SSRIs stehen häufig im Verdacht), Hormone, Schmerzen und die Art der sexuellen Stimulation. Ein Vibrator, mehr Zeit und weniger Grübelei können manchen helfen. Andere benötigen Beckenbodentraining oder eine Medikamentenumstellung. Die Sexualtherapie setzt an dem Teufelskreis an, in dem verstärkte Anstrengung den Orgasmus verzögert.
Partner sollten ihre Projektmanager-Attitüde ablegen. Neugierde ist wichtiger als eine Stoppuhr.
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